Vorstellung der kulturpolitischen Anliegen der Fraktion

In einer intensiven und kontroversen innerfraktionellen Diskussion mündeten die kulturpolitischen Anliegen der Liberalen Allianz. „Die kulturpolitischen Anliegen der Liberalen Allianz sind bewusst als Anliegen und als Denkanstöße gehalten. Nicht als dogmatisches Programm, wie man es von Parteien kennt“, erklärt Kerstin Pudig, Fraktionsvorsitzende der Liberalen Allianz, die Absicht des Papiers. „Ziel unserer Initiative ist es, vorhandene Potentiale zu erkennen und zu bewerten. Daraus wiederum können Vorschläge oder Projekte zur Entwicklung der gesamten Kultur in Gera abgeleitet werden. Was nützt es, wenn wir im Stadtrat Ideen schmieden und Konzepte entwickeln, aber etwa durch die mangelnde Internetpräsenz Besuchern und Gästen die vielfältigen Möglichkeiten der kulturellen Angebote oder die Museen gar nicht entsprechend präsentieren können?“, fragt Pudig.

Nicht nur die mangelnde Internetpräsenz vieler städtischer Museen war Anlass für die Liberale Allianz sich mit der Kultur in Gera zu befassen. Die Diskussion zur Einführung der Simson-Karte und ihrer Ausgestaltung zeigte die Schwächen der Organisation der Kultur der Stadt deutlich auf. Städtische Planungen und Marketingkonzepte oder die Besinnung auf historische und kulturelle Besonderheiten und Persönlichkeiten sowie eine vollständige Bestandsaufnahme aller musealen und kulturellen Angebote fehlen teilweise völlig. Auch strukturierte Nutzungskonzepte für die kulturtouristische Nutzung von bestehenden Museen, Initiativen und städtischen Ressourcen, wie etwa dem KuK, sind nicht vorhanden. Gerade im Hinblick auf das Haushaltssicherungskonzept und die anvisierte Verbesserung der Einnahmesituation sind Kunst und Kultur als unerlässlicher Wirtschaftsfaktor für die Stadt Gera zu sehen.

„In Gera existiert eine vielfältige Kulturszene, die von vielen engagierten Künstlerinnen und Künstlern getragen wird. Oftmals geschieht dies im Ehrenamt“, so Astrid Regel. „Mit diesen Menschen ins Gespräch zu kommen, deren Engagement gezielt zu fördern und zu unterstützen liegt mir am Herzen. Denn es besteht eine Notwendigkeit dafür“, beschreibt Stadträtin Regel ihre Motivation für die Erarbeitung der Initiative.

Prof. Dr. Thomas Weil, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport weist auf die bildungspolitischen Ansätze und den öffentlichen Auftrag zur Wissens- und Kulturvermittlung hin. „Die städtischen Einrichtungen, wie etwa das Naturkundemuseum aber auch das Theater, haben einen öffentlichen Bildungsauftrag. Sie sind als Lernorte und Bildungsstätten prädestiniert einen Beitrag zur Wissensvermittlung zu leisten. Diese Schätze einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und für die Bürger oder Gäste Geras erlebbar zu machen, trägt langfristig zur Erfüllung des Bildungsauftrages bei und steigert die positive Wahrnehmung der Stadt und ihrer Kultureinrichtungen.“