Pressemitteilung zum Beschluss des Sozialplans in der Stadtratssitzung am 27. September

Sozialplan als Fahrplan für die Zukunft

 

Der Stadtrat beschloss in seiner Sitzung am Donnerstag (27. September 2018) einstimmig den Sozialplan der Stadt Gera. Dieser Plan ist der Wegweiser für die nächsten zehn bis 20 Jahre im sozialen Bereich. In vielen Sitzungen haben die Ausschüsse beraten und auch Änderungswünsche eingebracht. So unterbreitete die Fraktion Liberale Allianz u. a. Vorschläge zur Kinderbetreuung am Wochenende und in den Abendstunden, außerhalb der Öffnungszeiten der Kindergärten, sowie zum weiteren Ausbau des „Geraer Modells“ unter Einbezug von lokalen Unternehmen oder zur schulbezogenen Sozialarbeit.

„Uns war besonders wichtig, dass die Kinderbetreuung in sogenannten „Randzeiten“ als erklärtes Ziel festgeschrieben wird“, erklärt Anne Kathrin Hildebrand, die als stellvertretende Vorsitzende die Liberale Allianz im Sozialausschuss vertritt. „Gera ist geprägt von Dienstleistungsunternehmen und produzierendem Gewerbe. Die Stadt muss die Angebote zur Kinderbetreuung teilweise auf diese Arbeitszeitmodelle ausrichten, denn nicht jeder kann bei der Betreuung seiner Kinder auf Eltern oder einen Partner zurückgreifen“, verdeutlicht Hildebrand die Notwendigkeit ihres Vorschlags. „In anderen Städten wurde das Modell einer 24-Stunden-KiTa schon lange eingeführt. Junge Eltern in Schichtarbeit profitieren davon genauso wie Alleinerziehende. Vor allem jungen Menschen mit kleinen Kindern bietet sich dadurch die Möglichkeit am Berufsleben teilzunehmen.“ Konkret soll der Bedarf für eine erweiterte Betreuung laut Hildebrand zunächst über bereits bestehende freiwillige Angebote ermittelt werden. „Wenn die freiwilligen Angebote wie der Oma-Dienst oder Tagesmütter angenommen werden, kann man daraus einen Bedarf ableiten und entsprechende Maßnahmen in Angriff nehmen“.

Weitere Vorschläge wurden durch die Verwaltung ebenfalls aufgenommen. Dazu zählen neben einer 24-Stunden-Anlaufstelle für Suchtkranke auch ein Mehrgenerationshaus mit integrierter Kinderbetreuung. „Ein Mehrgenerationenhaus mit Wohncharakter kann ebenfalls die Betreuung von Kindern übernehmen. Die Infrastruktur ist ja ohnehin vorhanden“, erläutert Fraktionsvorsitzende Kerstin Pudig den durch sie eingebrachten Vorschlag.

„Besonders toll finden wir, dass sich zahlreiche Gremien und Initiativen wie der Seniorenbeirat und der Jugendrat der Stadt Gera an der Erarbeitung des neuen Sozialplans beteiligt haben. Die jungen Menschen haben sich intensiv mit dem Plan beschäftigt und Vorschläge eingebracht. Verschiedene Vorschläge von den einzelnen Gremien wurden durch die Verwaltung aufgenommen. Das zeigt, wie gut man sich mit etwas Engagement in die Entwicklung der Stadt einbringen kann“, zeigen sich Hildebrand und Pudig über die Resonanz erfreut.