Mitteilung zur Anfrage der Fraktion zur Spielgenehmigung des Stadions am Steg

Mit einer Anfrage bat die Liberale Allianz die Stadtverwaltung Gera am 26. Oktober im Hinblick auf die verweigerte Spielgenehmigung des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) für das Stadion am Steg und das dadurch am 22. Oktober abgesagte Eröffnungsspiel um Aufklärung. Mit einer Mitteilung am 20. November beantwortete die Stadtverwaltung Gera die Fragen der Fraktion.

Da die Sanierung des Stadions am Steg im Rahmen des Wiederaufbauprogramms zur Sanierung der Hochwasserschäden aus dem Mai bis Juli 2013 erfolgte, wurde das Stadion mit seinen Tribünen programmkonform in den baulichen und strukturellen Bestand bzw. Zustand vor dem Hochwasser versetzt. Die Richtlinien des Aufbauprogrammes sahen vor, nur Hochwasser bedingte Schäden zu beseitigen, jedoch keine Modernisierungen bzw. Umbauten oder Bestandsänderungen zu fördern. Auf diese rechtlichen Bestimmungen wurden die Verantwortlichen der BSG Wismut e. V. von Seiten der Stadtverwaltung nach Auskunft jener hingewiesen.

Laut Antwort der Stadt waren bis zum Hochwasser des Jahres 2013 weder Handläufe noch Wellenbrecher auf den Tribünen angebracht, noch wurde bis dahin der Betrieb des Stadions durch gesonderte Auflagen bzw. geforderte Sicherheitsbestimmungen reguliert. Erstmals wurden am 17. Oktober dieses Jahres Sicherheitsauflagen für das Stadion durch den NOFV erlassen. Diese Forderungen gehen weit über die gesetzlichen Bestimmungen der Muster-Versammlungsstättenverordnung hinaus und sind in dieser unerwartet strengen Form nicht in die Planung eingeflossen bzw. nicht berücksichtigt worden. Die Nutzungskonzepte des Stadions sehen eine Kapazität von bis zu 2000 Zuschauern voraus, so dass Sicherheitseinrichtungen wie Wellenbrecher o. Ä. nicht gesetzlich verpflichtend eingeplant wurden, da diese Sicherungsmaßnahmen nach Versammlungsstättenverordnung erst in Spielstätten ab über 5000 Besucher zwingend zu installieren sind. Auf Grund der bisher fehlenden Auflagen orientierte sich die Planung ebenfalls am Stand vor dem Hauswasser 2013.

Aus unserer Sicht hat die scheinbar unzureichende Kommunikation aller Beteiligten, neben monetären Schaden für den Verein, auch Imageschaden für Gera gebracht hat. Dabei hätte die Über- und Freigabe des Stadions vor dem Spiel gegen Einheit Rudolstadt ein schöner Tag für die BSG Wismut und für die Stadt Gera werden können – dumm gelaufen.