Liberale Allianz spricht sich mehrheitlich für den Einwohnerantrag und eine Ende des Projektes „Straßenbahnlinie 4“ aus

„Ein Einwohnerantrag ist ernst zu nehmen, schließlich spiegelt er die Meinung derer wider, die vor Ort von der Entscheidung des Stadtrates betroffen sind“, betont Anne Kathrin Hildebrand, Mitglied des Stadtrates für die Fraktion Liberale Allianz, die Bedeutung des heutigen Einwohnerantrages. „Auch wenn der Ortsteilbürgermeister den Bürgerwillen in einem Einwohnerantrag an die Stadträte heran trägt, sollte man auch jene Anwohner nicht vergessen, die nicht für den Antrag sind und sich für eine Straßenbahn einsetzen.“

In der Bürgersprechstunde der Liberalen Allianz brachten betroffene Bürger und Einwohner Langenbergs auch Argumente für die Stadtbahnlinie vor. „Wir haben die Argumente lange diskutiert und uns erneut mit den vorliegenden Zahlen und Fakten der Beschlussvorlage beschäftigt. Diese haben sich gegenüber früheren Planungen und Entscheidungen zu dieser Thematik nicht geändert.“ In einer früheren Vorlage der Stadtverwaltung aus dem Jahr 2015 werden die Kosten für den Bau der Linie vier auf 23,2 Millionen Euro und der notwendige Eigenanteil des GVB für den Bau der Schieneninfrastruktur mit 8, 6 Millionen Euro beziffert. Die Vorlage empfiehlt auf den Bau der Linie vier zu verzichten.

„Wie oft haben wir im Stadtrat über diese Thema schon abgestimmt?“, fragt Hildebrand in Hinblick auf frühere Abstimmungen im Stadtrat, etwa im Dezember 2017. “Auch wenn das Ergebnis letztlich vielleicht nicht meinen Abstimmungsverhalten entspricht, muss ich die Entscheidungen akzeptieren. Es ist irgendwann nicht mehr nachvollziehbar, dass das Thema immer wieder aufgemacht und in den Stadtrat gebracht wird, aber kein Beschluss gefasst und umgesetzt wird.“

Astrid Regel, sie vertritt die Liberale Allianz im Bauausschuss, verweist darauf, dass bereits heute hohe Kosten für den Erhalt und die Instandsetzung des bestehenden Netzes notwendig sind. „Bei einer Erweiterung des Straßenbahnnetzes wird der Kostenaufwand weiter steigen und die Effektivität sinken, wie die Vorlage darlegt. Ganz zu schweigen davon, dass die Einnahmeansprüche des GVB aus dem VMT ohnehin weiter sinken werden. Wenn die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf niedriger werden, steigt die benötigte Summe um den Unterhalt des Netzes zu decken weiter an, wie wir im BUVLA informiert wurden. Ich bin im Zweifel darüber, ob der GVB mittelfristig überhaupt die notwendigen Mittel für den Bau der Linie aufbringen kann. Wir kommen bei der Wiesestraße nur schleppend voran, da sollten wir kein neues Millionenprojekt mit ungewissem Ausgang beginnen.“

Die Liberale Allianz wird mehrheitlich für den Einwohnerantrag stimmen. Stimmenenthaltungen über den Bescheid des Antrages sind ebenfalls angekündigt.