Kultur in Gera ist nicht nur Theater und Museum

Kultur in Gera ist nicht nur Theater und Museum

Unsere Stadt kann stolz auf viele etablierte Veranstaltungen blicken, die seit Jahren tausende Besucher -auch von außerhalb- in unsere Stadt ziehen. „Auch das gehört zur Kultur einer Stadt und ist somit ein Wirtschafts- und Standortfaktor, der nicht gerade geringe Bedeutung hat“ stellt Stadträtin und Fraktionsmitglied der Liberalen Allianz Anne Kathrin Hildebrand fest.

 

Besonders freue sie sich über privat initiierte Veranstaltungen wie zum Beispiel das „Geraer City Sommerkino“ im Hofwiesenpark, welches dieses Jahr wieder stattfindet. Aber auch die „Fete de la musique“ oder das „Jazz- und Weinfest“, um nur einige zu nennen, beruhen auf privatem Engagement und seien für Viele nicht mehr wegzudenken. All diese Veranstaltungen zeigen aber auch, dass es möglich ist, mit begrenzten Mitteln viel auf die Beine zu stellen. Umso unverständlicher ist, dass städtische Veranstaltungen seit Jahren stagnieren, teilweise sogar Verluste bringen. „Rechnet man Personalkosten mit ein, dann hat man da ein großes Minus“ stellt Hildebrand nach Recherche fest.

 

Enttäuschend sei vor allem, dass die Verwaltung hier ihre Möglichkeiten nicht nutzt. „Es gab nicht wenige Vorschläge zur Verbesserung. Wenn die aber in Schubladen verschwinden, dann verlieren auch die engagiertesten Menschen die Lust“ so Hildebrand. Bereits im November letzten Jahres wurde im Rahmen der Konzeptvorstellung des Weihnachtsmarktes von Seiten der Stadt versprochen, dass man sich zu Beginn 2017 mit den Händlern zusammensetzt und Ideen gemeinsam bespricht. Auf Nachfrage bei der Verwaltung plante man nur noch eine „Informationsveranstaltung“ im 2. Quartal.

 

„Eine positive Entwicklung könnte es geben, indem man die Konzeptionierung und Organisation aus der Verwaltung auslagert bzw. Dritten übergibt. So wird das in den meisten vergleichbaren Städten gehandhabt. Hier könnte z. B. die Kultur GmbH in Frage kommen. Es würde nicht nur dem Unternehmenszweck entsprechen – auch bestehe die Möglichkeit Bürokratie abzubauen. Wichtig ist jedoch, dass am Ende ein Mehrwert im Vergleich zu jetzt erreicht wird“, so Hildebrand, die für die Liberale Allianz auch Mitglied im Aufsichtsrat der Kultur GmbH ist.

 

Die Zahlen der städtischen Veranstaltungen zeigen ein ganz klares Potential auf, welches unter anderem mit dem vorhandenen bürgerlichen Engagement und der Bereitschaft zur Veränderung viel besser genutzt werden könnte. Hildebrand, die durch Anfragen und Gespräche auf das Thema aufmerksam machte, begrüßt das Interesse unter den Stadtratskollegen. Erst letzte Woche hat der Haushalts- und Finanzausschuss die Zahlen auf der Tagesordnung und der Ausschuss für Wirtschaft- und Stadtentwicklung will die Entwicklung der Veranstaltungen nach der Sommerpause ebenfalls diskutieren. „Das ist ein klares Zeichen, dass der Wille zur Veränderung da ist. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“ freut sich Hildebrand.